 |
Forschungsaufgabe
Die Aufgabe umfasst das Forschen über das historische
und gegenwärtige Kleidungsverhalten in Mittelfranken. Das heißt forschen
über regionaltypische Kleiderformen in ihrer historischen Entwicklung und
Veränderung, die soziale Kommunikation von Kleidung und über deren situations-
und anlassbezogene Funktionen sowie deren Abhängigkeit zum Brauchtum. Ein
repräsentatives und annähernd verifizierbares Ergebnis erhält man in der
Trachtenforschung durch die Auswertung einer Vielzahl der unterschiedlichen
Quellarten, die erst die breite Vielfalt im Kleidungsbereich sichtbar machen.
Die Forschungstätigkeit hat langfristig zum Ziel, die große Vielfalt des
Kleidungsverhaltens in Mittelfranken zu erfassen und zu dokumentieren, aber
auch die Ergebnisse in eine zeitgemäße Gestaltung umzusetzen. So ist es
die Aufgabe der Trachtenforschung, den Quellen nachzugehen. Die schriftlichen
Primärquellen liefern Material aus der Staats-, Stadt-, bzw. Gemeinde- oder
Pfarrarchiven und Bibliotheken. Hier sind Nachlassinventare und Hinterlassenschaftsfakten,
Hochzeitslisten, Kleiderordnungen, Verhörprotokolle, Steckbriefe, Streitschriften,
Handwerks- und Gewerbeakten zu nennen.
Doch auch aus schriftlichen Sekundärquellen, die überwiegend in der Zeit
der Aufklärung entstanden und das Leben und damit auch die Kleidungsweise
der Allgemeinbevölkerung schildern, sind in Reisebeschreibungen, Topografien
und sogar Umfragen nachzulesen. Bildquellen wie Trachtengrafiken, Portraits,
Votivtafeln, Staffage- und Genredarstellungen und natürlich historische
Fotos nehmen in der Forschung einen wichtigen Stellenwert ein.
Realquellen wie Kleidungsstücke, auch wenn nur sehr wenige erhalten sind,
bilden für die Trachtenforschung einen großen Wert. Über den engen Zusammenhang
von Kleidung und Brauchtum können nur noch sehr wenige Menschen in Mittelfranken
berichten. So ist jetzt der letzte Zeitpunkt gekommen, dass Zeitzeugen authentisch
über regionales Kleidungsverhalten berichten können.
|
|
 |
|